Testbericht zum “Hadron xx” Motorschirm

Serien Nr: P-121931  aus 08.2015 / Getestet am 04.05.16 und 21.05.2016 Antrieb: FB SportiX /Abfluggewicht ca. 138 kg / Wind: am 04.05. aus S/O mit ca. 10 bis 15 km/h und am 21.05. S/W mit ca. 5 – 10 km/h / Pilot: Jupp Meis

 Die Firma Dudek hat in ihrer neuen (xx) Reihe auch den Hadron im Jahr 2015 neu konstruiert. Im Grunde wollte ich den FlĂŒgel schon im Herbst 2015 direkt testen, aber persönliche Zeitprobleme und teilweise auch Schlechtwetterphasen haben das leider vereitelt. Doch nun ist es soweit und nach den ersten BodenĂŒbungen, GrundĂŒbungen wurde schnell klar, dieser Test kostet mich Zeit. Bei Dudek hat seit 2015 die Shark Nose ETest Dudek - Hadroninzug gehalten, so ist auch der neue “Hadron xx” eben mit dieser ausgestattet. Die Profilnase ist komplett neu entworfen und nicht nur das. Beim neuen „Hadron   xx“ handelt es  sich  um  einen reinen 3-Leiner. Die Fa. Dudek ist hiervon ihrer 4-Leiner Philosophie weg und umso mehr interessierte  es  mich,  wie  sich  das  hier  nun  auf  das  neue  Profil  auswirkt.  Dieser neue„Hadron xx“ ist eine Rennmaschine wie wir noch sehen werden. Der FlĂŒgel ist gebaut fĂŒr Piloten, welche einen sehr dynamischen und sehr schnellen FlĂŒgel wollen. Sei es fĂŒr den Wettkampf oder aber auch, weil man dann und wann und warum auch immer diese hohe Geschwindigkeit einfach haben will. Die Zielrichtung von Dudek fĂŒr diesen „Hadron xx“ ist klar abgesteckt, sportlich, ja sehr sportlich!

Die gesamte Profilnase des „Hadron xx“ wird durch feine KunststoffstĂ€bchen stabilisiert. Die VerstĂ€rkungsstĂ€bchen gehen ab Profilnase am Untersegel etwa 40 cm und am Obersegel ca 50 cm in die Tiefe und stabilisieren die (Profilnase) Shark Nose. Zudem sind noch StĂ€bchen an den AufhĂ€ngungspunkten der dritten Leinenebene ca. 70 cm lang eingearbeitet. Diese gehen bis ca. 30 cm zur Hinterkante. Die FlĂŒgelhinterkante ca. 30 cm ist stĂ€bchenfrei. Die Leinen sind ummantelt und der Tragegurt ist wie bei Dudek ĂŒblich in schwerem Material, dadurch wird das Bodenhandling sehr vereinfacht. Mein Testschirm hatte eine tadellose,  sehr saubere Verarbeitung ĂŒber alle Details. Gestartet habe ich den “Hadron xx” in flachem GelĂ€nde vorwĂ€rts und rĂŒckwĂ€rts, bei nicht gerade konstantem Wind. Die WindstĂ€rke am Boden  betrug  am  04.05.16  um  die  10  bis  15  kmh  mit  wechselndem  Ostwind  und  am

21.05.16 um die 5 bis 10 km/h aus West. Ich habe den “Hadron xx” frei fliegen lassen in allen Trimmerstellungen, starke Wingover, Ohren einklappen mit nachziehen einseitig und beide Seiten. Die Steilspirale um 10 bis 12 m/Sek. mehrfach erflogen, aufschaukeln und rollen und das an zwei verschiedenen Tagen bei verschiedenen WindverhĂ€ltnissen.

                   

Hadron xx in Aktion                                   …die 2 D Steuerung                            Hadron xx – SharkNose

Schirm auslegen und Start

Die Startvorbereitung des „Hadron xx“ ist erst einmal recht einfach. Wie bei fast allen Motorschirmen leicht bogenförmig auslegen, damit beim Start der Zug auf die A-Leinen gleichmĂ€ĂŸiger erfolgt. Hinzu kommt, dass der FlĂŒgel nur 22 m2 FlĂ€che hat und damit recht ĂŒberschaubar ist. Achtung: Im Tragegurt haben wir zwei Trimmer, einen oberen kleinen,  hier als Flaps bezeichnet und den unteren grĂ¶ĂŸeren, hier als Trimmer bezeichnet. Beim  Start haben wir Flaps und Trimmer geschlossen, damit der Startlauf (hohe Geschwindigkeit) möglich wird. Der Start, ja das Aufstellen des FlĂŒgels macht Freude. Einfach mit geschlossenen Flaps und geschlossenem Trimmer die vorderen, inneren A-Gurte nehmen und konsequent vorwĂ€rts gehen, nicht rein rennen. Der FlĂŒgel fĂŒllt sich schnell, steigt einfach (schießt nicht) bis zum Scheitelpunkt auf und steht bei wenig Bremse. Hat der FlĂŒgel den Scheitelpunkt erreicht, beginnt schon ein sportlicher Startlauf, doch wen ĂŒberrascht das? Bei 22 m2 FlĂ€che und 138 kg Abfluggewicht, kann das nicht anders sein. Mir ist aufgefallen, dass der Startlauf wie folgt extrem zu verkĂŒrzen ist. Schirm aufziehen bis zum Scheitelpunkt, sofort Vollgas, den Startlauf stark beschleunigen und dann Einsatz der Bremsen mit ca. 20 cm bei Vollgas und schon hebt der FlĂŒgel dich vom Boden weg. Jetzt nur nicht die Bremsen in BodennĂ€he zu frĂŒh öffnen oder das Gas raus nehmen. Beim Startlauf selbst, sollte man sich einprĂ€gen nur leichte SteuerausschlĂ€ge zu machen, da der FlĂŒgel sehr direkt den SteuerausschlĂ€gen folgt. Bei der Landung dĂŒrfen wir die Bremsen nicht zu frĂŒh und zu stark einsetzen, weil der FlĂŒgel das ansonsten in Höhe umsetzt. Doch genau das, was wir bei der Landung nicht wollen, machen wir uns hier beim Start zu nutze. Das Steigverhalten des “Hadron xx” ist trotz der kleinen FlĂ€che, mit leichtem Einsatz der Bremse (wirken wie Klappen) erstaunlich gut. Der Dudek ĂŒbliche, aufwendige Tragegurt ist sehr robust verarbeitet, was auch das Greifen und die Übersicht erleichtert. Da fĂ€llt eben nichts durcheinander, wie es doch bei den sehr filigranen und weichen Gurten oft der Fall ist. Die Stabilosteuerung TST wird durch eine gut greifbare Schlaufe bedient. Gefallen wĂŒrde mir (hatte ich schon beim Nucleon xx angemerkt) da viel besser, ein Schlauch mit Kugeln, doch das ist eben Geschmacksache. Intuitives greifen mit Handschuhen ist mit der Schlauch- Kugel Griffmöglichkeit besser. Denn am Hadron Gurt sind auch noch zwei Trimmerschnallen und da ist dann diese kleine Schlaufe, irgendwie zu viel des Guten. Doch das ist eher eine Frage der Gewohnheit. Auswirkungen auf die Endbedienung der Steuerung hat es keine.

Flugverhalten:

Der Dudek “Hadron xx“ lĂ€sst sich super direkt, mit sehr kurzen Steuerwegen pilotieren. Der FlĂŒgel hĂ€ngt sehr, ja sehr direkt an der Bremse und man benötigt nur sehr kurze SteuerausschlĂ€ge. Da der FlĂŒgel um die LĂ€ngsachse  sehr agil ist bedarf es eines aktiven Flugstils in unruhiger, bewegter  Luft. Wer also einen Schirm sucht der vieles wegdĂ€mpft, ist hier komplett falsch. Über Klapper braucht man sich bei diesem “Hadron xx” eher wenig Gedanken  machen, er ist sehr stabil und das bei geschlossenen und voll geöffneten Flaps und Trimmern. Die werksseitige Bremseneinstellung empfand ich als recht gelungen, was den Bremsweg und die Bremsgriffhöhe betrifft. Ich  persönlich mag es nicht sonderlich, wenn der Bremsgriff fast nur mit stark (liegt natĂŒrlich alles auch an Motor, Sitz, ArmlĂ€nge etc.) gestreckten Armen zu bedienen ist. Der “Hadron xx“ lĂ€sst sich ĂŒber die Bremsen mit geschlossenen Flaps und geschlossenen Trimmern   leicht und effizient steuern. In diesem Zustand (alles geschlossen) erinnerte er mich eher an einen Hochleistungsgleitschirm, sowohl mit geschlossenen, als auch mit offenen Flaps.

Mit offenen Flaps und halb offener Trimmerstellung wird der Bremsdruck schon richtig hart. Ab dieser halb offenen Trimmerstellung bis ganz offen, sollte dann die TST Stabilosteuerung eingesetzt werden. Da wir noch die 2-D Steuerung ĂŒber den Bremsgriff haben, können wir auch durch ziehen der Bremse nach innen (steuert dann nur das jeweiligen Stabilo an), recht gut steuern. Doch diese TST Stabilosteuerung ist in einer Art effizient, dass ich mich da bei den ersten Bedieneinheiten teilweise erschrocken habe. Mit recht kleinen, einseitigen EinsĂ€tzen lĂ€sst sich der „Hadron xx“ hier leicht in einen Wingover bringen, ja mit der TST,  der kleinen Stabilosteuerung. Überhaupt muss man mit dem Bremseneinsatz feinfĂŒhlig, eben immer mit Gegenbremse zu Werke gehen. Der „Hadron xx“ kann sich sehr schnell, extrem aufzuschaukeln bei grobem Bremseneinsatz und das geht allein schon mit der TST Stabilosteuerung. Bei einem Grobmotoriker wĂ€re das fatal, fĂŒr andere wieder genau das was sie suchen. Alle, ja wirklich alle Steuereingriffe setzt er sehr direkt und ohne Verzögerung um. Alle Rollbewegungen, Kurven immer mit Innen- und Außenbremse gleichsam aktiv steuern. Die Stabilosteuerung TST wird durch eine separate kleine Griffschlaufe bedient, welche gut (auch mit Handschuh) zu greifen ist. Den “Hadron xx” können wir also mit dem normalen Bremsgriff steuern (2 D) oder auch in Kombination mit der Stabilosteuerung, was diesen FlĂŒgel dann extrem wendig macht. In unruhiger Luft arbeitet er leicht um die LĂ€ngsachse, bleibt jedoch um die Hochachse recht ruhig. Der FlĂŒgel muss aktiv geflogen werden, dass bedeutet beide Bremsen sind immer im Einsatz! Die Nickbewegung um die Querachse ist nicht stark ausgeprĂ€gt, da ist er recht zahm. Nimmt man im Flug abrupt Gas weg, nickt der “Hadron xx“ nur leicht vor, um sich dann beim sofortigen Gas geben ein wenig aufzustellen. Er bleibt stets ruhig (kein Rollen) mit geschlossenen und voll geöffneten Trimmern, reagiert jedoch wegen der stark ausgeprĂ€gten Rollneigung auf „alles“ an Gewichtsverlagerung! Beim öffnen der Trimmer bitte daran denken, dass der FlĂŒgel nach öffnen der einen Seite, sofort in die noch geschlossene Seite stark abdreht. Hier könnte man beide Trimmer gleichzeitig öffnen oder eben nach und nach teilweise, um das zu verhindern. Bei einseitiger, kompletter Trimmeröffnung sollte die zweite Trimmerseite auch sofort und direkt geöffnet werden. Nur so kann man das unangenehme, sehr starke abdrehen des FlĂŒgels verhindern. Der Steuerdruck im normalen Arbeitsweg 10 cm bis 15 cm ist sehr angenehm, er steigt erst spĂ€ter bei grĂ¶ĂŸeren SteuerausschlĂ€gen progressiv an. Durch den progressiv ansteigenden Bremsdruck ist ein unbeabsichtigt herbeigefĂŒhrter Stall so schnell nicht möglich. Viele großflĂ€chige und tiefe Bremsmanöver, brachten mich nicht in die Gefahr des Strömungsabrisses, sofern man die Bremsen auch wieder frei gibt
..J   Es ist mit  dem

„Hadron xx“ einfach in der Steigphase nach dem Start, gegen das Motordrehmoment zu steuern. Der FlĂŒgel legt ein sehr quirliges Kurvenverhalten an den Tag.

                                                       

Flaps/Trimmer ganz geschlossen           Flaps offen, Trimmer geschlossen           Flaps u. Trimmer ganz geöffnet

Werte:

Mit dem Abfluggewicht von ca. 138 kg kam ich auf folgende Geschwindigkeiten, in einer  Höhe 250 bis 350 m/MSL, mit GPS gemessen. Die Flaps und Trimmer ganz geschlossen ca. 40 km/h, dabei nur soviel Gas, dass die Höhe gehalten werden konnte, also kein Steigen  und kein Sinken. Nach öffnen der Flaps nahm die Geschwindigkeit um ca. 5 bis 6 km/h zu auf 45/46 km/h. Dann wurden die Haupttrimmer zusĂ€tzlich komplett geöffnet und nun geht es vorwĂ€rts, 60/61 km/h. Dabei wurde das (nicht getestet) Speed System noch nicht betĂ€tigt! Diese Geschwindigkeitsmessungen wurden an zwei verschiedenen Tagen, mehrfach vorgenommen und abgeglichen. Dieser “Hadron xx“ ist das schnellste was ich bislang an Motorschirmen in HĂ€nden hatte! Die Geschwindigkeit auf dem Gleitpfad interessiert mich persönlich beim Motorschirm ĂŒberhaupt nicht, relevant ist doch letztlich nur wie schnell man unterwegs ist auf gehaltener, gleicher Höhe. Der Fussbeschleuniger darf nur mit offenen Flaps, jedoch mit geschlossenen oder offenen Trimmern eingesetzt werden. Dieser “Hadron xx” ist eine Rennmaschine und deshalb sollte man die Charakteristik dieses SportflĂŒgels auch nicht mit normalen Motorschirmen vergleichen, er ist eine Klasse fĂŒr sich. Mit offenen Flaps und einer Trimmerstellung bis ca. 52/55 km/ musste sich mein FB-Sportix nicht ĂŒbermĂ€ssig anstrengen, es lief eher alles in einem gewohnten Drehzahlbereich ab. Bei voll geöffneten Trimmern und einer Geschwindigkeit um die gut 60 km/h ging die Drehzahl schon höher und allzu große Steigwerte sind dann auch nicht mehr zu erwarten. Das Halten der Höhe bei dieser hohen Geschwindigkeit stellte jedoch kein Problem dar. Nach dem Start,  aus dem normalen Steigflug kommend werden erst einmal die kleinen Flaptrimmer ganz geöffnet, erst danach die Haupttrimmer. So und nun pfeift der Hadron richtig los
J Der getestete „Hadron xx“ hatt 22 m2 FlĂ€che und der FlĂŒgel gleitet sehr gut. Er hat 62 Zellen, seine Streckung liegt bei 6,15 und er wiegt 5,7 kg. Seine Spannweite 11,63 mtr. Produziert wird wie bei Dudek ĂŒblich ALLES in Europa.

Abstiegsverhalten:

Das Ohren einklappen geht beim “Hadron xx“ recht einfach. Die Ă€ußere A-Leine wird oberhalb vom Leinenschloss gegriffen und durch herunterziehen dieser Leine wird die jeweilige FlĂŒgelspitze bis zur ca. 15. Zelle eingeklappt. Dazu bedarf es keiner besonders hohen ZugkrĂ€fte. Es kann sein (Ă€ußere 8 Zellen sind geschlossen), dass die eingeklappte FlĂŒgelflĂ€che etwas schlĂ€gt wenn diese nicht ganz entleert ist. Beim Lösen der A-Leine rollte die FlĂŒgelspitze in der Regel selbstĂ€ndig aus, ansonsten etwas mit der Bremse nachhelfen. Die Einleitung der Steilspirale geht wegen der hohen Rollneigung des „Hadron xx“ um die LĂ€ngsachse sehr schnell. Durch die 2-D Steuerung kann man hier durch zusĂ€tzliches ziehen der Bremsleine nach innen, dieses Manöver noch zusĂ€tzlich stark beschleunigen. Ich habe die Steilspirale jeweils erflogen mit geschlossenen Trimmern und mit Trimmerstellung leicht geöffnet bis Stufe 3. Die Flaps offen, die Trimmer schließen oder bis Stufe 3 offen, Gewicht zur Kurveninnenseite und Einsatz der Bremse mit zusĂ€tzlichem (2D Steuerung) Zug nach innen. Es folgt eine gute Umdrehung und man ist drin in der Spirale. Die Spirale wurde mehrfach um die 10 bis 12 mtr. geflogen. Durch die kleine FlĂ€che und die sehr hohe  Dynamik sollte der Bremseneinsatz weich und rund erfolgen. Beim Ausleiten reicht es die kurveninnere Bremse langsam nachzulassen. Der FlĂŒgel richtet sich selbstĂ€ndig wieder auf und kommt in die normale Flugbahn zurĂŒck. Das Ausleiten muss kontrolliert ĂŒber beide Bremsen und einige Umdrehungen vorgenommen werden. Den FlĂŒgel nicht einfach mit offener Bremse aus seiner dynamischen Kreisbahn ziehen lassen. Bei der Ausleitung die FlĂŒgelaußenseite mit (leicht mit anbremsen) stĂŒtzen, damit er sich im Endteil der Spirale nicht zu sehr aufstellt. An die Steilspirale sollte man sich langsam heran tasten, es geht alles sehr schnell.

Die Landung mit dem “Hadron xx“ ist wieder etwas speziell. Vor der Landung die großen Trimmer zuerst schließen, dann die Flaps (kl. Trimmer) ebenfalls, diese letzteren (Flaps) könnten aber auch offen bleiben. Auf keinen Fall die Flaps zuerst schließen, immer zuerst  die Haupttrimmer. Nun kommt man doch sehr schnell an die LandeflĂ€che und genau das könnte unbedarfte schon erschrecken. Doch auch hier bitte vorgehen wie man es auch mit anderen, schnelleren FlĂŒgeln bereits gelernt hat. Die LandeflĂ€che entsprechend mit offenen Bremsen anfliegen und in ca. 1 mtr. ĂŒber dem Boden langsam, sehr langsam die Bremsen einsetzen. Sollten die Bremsen jetzt zu stark gezogen werden, setzt der „Hadron xx“ alles sofort in Höhe um, dass wĂ€re kontraproduktiv. Also die Bremsen sehr feinfĂŒhlig einsetzen (wirken wie Klappen am Flugzeug), so kann man die flache Sinkkurve schön kontrollieren, evtl. einen Fuss durchs Gras/Boden schleifen lassen und dann erst im letzten Moment ganz ausbremsen. Eben wegen der kleinen FlĂŒgelflĂ€che, hier dem FlĂŒgel nicht zu frĂŒh und in noch zu großer Höhe die Energie durch Bremsen heraus nehmen. Dieses alles erst in BodennĂ€he, es ist eine Eigenart der kleinen, schnellen FlĂŒgel und die sollte man sich fest einprĂ€gen. Unser Platz ist nun wirklich nicht groß und die letzte Landung bei etwa 3 km/h Bodenwind war da auch kein Problem. Wie gesagt, es geht (beides getestet) mit offenen Flaps und auch geschlossenen Flaps. Der Unterschied ist, man kommt mit offenen Flaps noch mal um ca. 5 km/h (46 km/h bei null Wind ĂŒber Grund) schneller an den Boden als eben mit geschlossenen
.J

Allgemein:

Dieser “Hadron xx“ aus dem Hause Dudek ist ein komplett neu konstruierter Motorschirm  und hat mit dem normalen Hadron wenig bis nichts zu tun. Es ist hier wie mit dem Nucleon  xx und dem Nucleon WRC, zwei völlig verschiedene FlĂŒgel. Die Shark Nose (Ozone Patent) hat nun auch hier beim „Hadron xx“ Einzug gehalten. Um in der Profilnase die SharkNose auszubilden, sind eingenĂ€hte KunststoffstĂ€bchen ĂŒber Kreuz laufend (siehe Einleitungstext) verbaut. Der FlĂŒgel wird ausgeliefert mit einem Motortragegurt und dieser ist mit Flaps- Trimmer, Haupttrimmer- und Speed System (Fußbeschleuniger) ausgestattet. Die separat im Tragegurt integrierte Stabilosteuerung arbeitet ĂŒberaus direkt und effektiv. Diese TST Stabilosteuerung ist leichtgĂ€ngig und lĂ€sst sich gut mit dem Bremsgriff zusammen oder auch separat bedienen und greifen. Über die Bedienung der Griffschlaufe kann man geteilter Meinung sein. Ich persönlich meine, es geht da nichts ĂŒber einen SchlauchĂŒberzug mit einer oder zwei Kugeln, weil das eben ohne hinsehen zu mĂŒssen, intuitiv besser zu greifen ist. Dazu kommt noch, dass eben dieser Hadron Gurt durch die zwei angebrachten Trimmerschnallen, DurchlĂ€ufern und Rollen eh schon recht komplex ist. Piloten, welche schon mit schnellen Reflex FlĂŒgeln vertraut sind und viel Fliegen, könnten mit dem „Hadron xx“ hier etwas Neues an die Hand bekommen. Ganz wichtig hier, dieser FlĂŒgel „sollte“ vor einem Kauf, Probe geflogen werden und das nicht nur ein zwei kurze FlĂŒge. Nein, etliche Starts und etliche Landungen mit mindestens 2 oder mehr Std. Flugzeit sollten es schon  sein. Ganz wichtig ist noch, sich vorher richtig einweisen zu lassen und das Handbuch studieren, denn bei diesem FlĂŒgel ist einiges zu beachten. Der Bremseneinstellungszustand an meinem TestflĂŒgel war ok, ich brauchte da nichts Ă€ndern. Die DGAC Zulassung fĂŒr den „Hadron xx“ ist bereits erteilt.

Fazit:

Schon weiter oben habe ich erwĂ€hnt, der Hadron fliegt in einer eigenen Klasse. Piloten mĂŒssen wissen, hier haben wir einen FlĂŒgel, an dem Bedienfehler schon mal böse enden könnten. Der „Hadron xx“ ist eher zu bedienen, wie man auch ein Flugzeug (Dreiachser) bedient. Da gibt es Werte, die einzuhalten sind und der Pilot muss jederzeit wissen, was er, warum tut. Nicht, weil der „Hadron xx“ da ein Problem macht, nein er könnte einfach auf Grund seiner KomplexitĂ€t falsch bedient werden. Daraus folgend könnten die Konsequenzen eher böse sein, als bei einem StandartflĂŒgel. Wer sich aber sicher ist, verstanden zu haben wie er diesen FlĂŒgel pilotieren muss und sich da langsam heran tastet, hat einen super FlĂŒgel. Mit dem „Hadron xx“ kann man eben auch langsam und relativ stressfrei fliegen, doch die Dynamik bleibt auch in der Flaps und Trimmer ganz geschlossenen Variante vorhanden. Also sportliches Fliegen ist angesagt mit einem schnellen und guten Gleiter, sowie gutem Starter. Der “Hadron xx” wird in vier GrĂ¶ĂŸen von 90 kg bis 170 kg Startgewicht angeboten. Die Kalotte ist sehr sauber und langlebig verarbeitet. Ein allzu großer Leichtbau bei Motorschirmen kann es auf die Dauer nicht sein und macht auch nicht wirklich Sinn.

Design Hadron xx   Earth                            Air                                             Fire                                                Water

                                        

Solltet Ihr noch Fragen haben, könnt Ihr mir auf unserer Seite unter KONTAKT eine Mail senden. Dieser Motorschirmtest wird auf vielen Seiten eingestellt und natĂŒrlich auf:

www.motorschirm-muensterland.de

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Anschrift Hersteller fĂŒr alles Weitere.

Sasse Paragliding GmbH

Dudek Deutschland – Zum Waldwinkel 2

31737 Rinteln

info@paragliding-gmbh.de

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Motorschirmtest  “Dudek Hadron xx 22 / 2D“ den: 24.05.2016

Euch Allen viele unfallfreie FlĂŒge mit und ohne Motor, wĂŒnscht Euch 
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Jupp Meis