Gleitschirmausbildung B-Lizenz

Um deine fliegerische Freiheit ausweiten zu können, kommst du als Inhaber der A-Lizenz nicht um den B-Lizenz nicht herum. Der größte Unterschied besteht nämlich darin, dass der Landeplatz nicht an den Startplatz gebunden ist. Es kann demnach jede eingetragene Landewiese angeflogen und somit ein Strecken- oder Überlandflug ermöglicht werden.

Als Eingangsvoraussetzung muss der A-Schein erfolgreich bestanden sein und es empfiehlt sich eine gewisse Routine angeeignet zu haben um die B-Lizenz in Angriff zu nehmen. Als Nachweis dafür verlangt der DHV (Deutscher Hängegleiterverband) zusätzlich 20, von einer Flugschule bestätigte, Höhenflüge in zwei verschiedenen Fluggebieten. Davon müssen 10 Flüge eine Flugzeit von mindestens 30 Minuten erreicht haben. Sichere Schirmbeherrschung, gutes Startverhalten vorwärts wie auch rückwärts und Groundhandling sollten für dich also keine Fremdwörter sein.

Neben einer deutlich erweiterten theoretischen Ausbildung, besonders in den Bereichen Navigation und Luftrecht, muss der angehende B-Lizenz-Pilot mindestens 20 Höhenflüge unter Fluglehreraufsicht vorweisen können. Davon mindestens 10 mit mehr als 30 Minuten Flugzeit. Eine praktische Abschlussprüfung mit DHV-Prüfer gibt es nicht, dafür muss ein dokumentierter Überlandflug mit schriftlichem Flugauftrag der Flugschule von mindestens 10 Kilometern Strecke absolviert werden. Die theoretische Prüfung vor dem DHV besteht aus Multiple Choice-Fragen.

Der Umfang der theoretischen Ausbildung für die B-Lizenz besteht aus folgenden Sachgebieten:

  • Luftrecht: Rechtsvorschriften, Ausbildung/Pilot, Luftraumgliederung/ICAO-Klassifizierung, Benutzung des kontrollierten Luftraums, Flugplatzverkehr/Signale, Besonderheiten bei Überlandflügen, Flugbetrieb, Sichtflugregeln (VFR), Mindesthöhen, Luftfahrtregeln in Österreich
  • Navigation: Grundbegriffe, Kartenlehre, horizontale Navigation, vertikale Navigation, navigatorische Hilfsmittel, Navigation auf Streckenflügen, Streckenflugdokumentation
  • Meteorologie: Lufthülle/Troposphäre, Hoch- und Tiefdruckgebiet, Wetterlagen, Wind, Thermik und Hangaufwind, Wolken und Nebel, Gewitter, Fronten, alpines Wetter/Föhn/Talwind, Wetterlagen, Wetterkarten, Vorhersagen
  • Flugrecht/Verhalten in besonderen Fällen: Flugtechnik, Landeeinteilung, Landung bei Starkwind oder kleiner Fläche, Kappenströmungen, Extremflugzustände, Abstiegshilfen, besondere Flug- und Landegefahren, menschliche Leistungsfähigkeit

Auch während der Ausbildung zur B-Lizenz sind praktische Flugübungen zu absolvieren:

Flugtechniktraining:

  • Rettungsgerätetraining
  • Seitliches Einklappen bis 50% der Eintrittskante, Stabilisieren, Ausleiten
  • Leitlinienacht unter 25 Sekunden
  • Ohrenanlegen mit Beschleuniger
  • Aktives Fliegen: Nicken und Rollen
  • Landung auf kleiner Fläche
  • Starkwindlandeeinteilung

Streckenflugübungen:

  • Thermik bis zur sinnvollen Abflughöhe ausfliegen
  • Wechsel der Aufwindquellen
  • Strecken im Gleitwinkelbereich gemäß Flugplanung erfliegen

Faktencheck:

  • Voraussetzungen: A-Schein sowie 20 Höhenflüge in 2 Fluggebieten, 10 davon mit mindestens 30 Minuten Flugzeit
  • Für Streckenflieger ein absolutes Muss
  • Unbefristet gültig
  • Theorie- und Praxisausbildung
  • DHV-Prüfung: nur Theorie