Gleitschirmfliegen Landeeinteilung

Ein wichtiger Teil der Flugplanung stellt die Gleitschirmfliegen Landeeinteilung dar. Anders als es vermuten lässt, beginnt diese nicht im Flug, oder gar kurz vor der Landung, sondern schon bevor es überhaupt auf den Berg geht. Die wichtigsten Informationen zum Gelände, den örtlichen Bedingungen und Besonderheiten finden sich in den allermeisten Fällen direkt ab Landeplatz. Bevor du also den Landeplatz anfliegst geht es zu Fuß dorthin.

Neben der Beobachtung des Flugbetriebs und persönliche Erfragung der Eigenarten und Regeln des Fluggeländes beim Geländehalter, befindet sich meist auch eine Infotafel mit der Landeeinteilung am Landeplatz.

Aus dieser lassen sich Erkenntnisse bezüglich der Gleitschirmfliegen Landeeinteilung und-richtung, auch Volten genannt, ziehen. Je nach der aktuell vorherrschenden Windrichtung wird eine Rechts- oder Linksvolte geflogen, sodass möglichst immer gegen den Wind gelandet werden kann. Auch die Abgrenzung zu Drachenfliegern, der Landepunkt, Ort der Positionskreise und Besonderheiten sind dort vermerkt.

Es gilt dabei: Die Landeeinteilung muss für alle Piloten bei allen Windverhältnissen eindeutig festzulegen sein. Das gilt besonders für Nullwind. Daraus entstanden zwei Grundregeln für die Durchführung der Landeeinteilung: 1. Es gelten spezielle Geländeauflagen 2. Es gilt die Linksvolte.

Durchführung einer sicheren Landung:

Die Gleitschirmfliegen Landeeinteilung erfolgt in vier Schritten. Jeder dieser Schritte wird mit einem Entscheidungspunkt beendet, ob und wie in den nächsten Schritt übergegangen wird um eine möglichst präzisen Landevorgang ermöglichen zu können.

1.Schritt: Positionskreise

Die vorliegende Windrichtung am Landeplatz bestimmt die Richtung der Landevolte und damit die eventuell abweichende Position der Kreise. Hier muss die erste Entscheidung getroffen werden:

  • Reicht die Höhe für einen Positionskreis, oder sollte direkt in den Gegenanflug gegangen werden?

Ist dies der Fall wird ein weiterer Positionskreis unter Berücksichtigung anderer Luftfahrzeuge und dem Windversatz geflogen. An der Position wird wieder gecheckt, bis die Flughöhe nicht für einen weiteren Kreis reicht und in den Gegenanflug übergegangen werden muss. Die richtige Höhe für den Gegenanflug, wie auch beim gesamten Vorgang der Landung, erfolgt hier über eine einfache Winkelpeilung. Ein guter Richtwert für den Winkel an der Position sind etwa 45 Grad. Aus der aufkommenden Erfahrung heraus entwickelt sich gerade für bekannte Landeplätze ein Automatismus für die Landung, wodurch mehr und mehr nach Gefühl geflogen und gelandet werden kann.

2. Schritt: Gegenanflug

Im Gurtzeug aufrichten und ständige Peilung zum Landepunkt halten. Falls der Winkel unverhältnismäßig abweicht tritt die nächste Entscheidung in Kraft:

  • Je nach Höhe, Gegenanflug abkürzen oder ausholen?

3. Schritt: Queranflug

Der Queranflug dient zur weiteren Höhenkorrektur und kann besonders gut als gebremster Queranflug zum Abbau überschüssiger Höhe genutzt werden. Auch hier wieder die Entscheidung:

  • Nutzung der Möglichkeit des gebremsten, oder sogar doppelten Queranflug über die Achse des Endanflugs? Oder muss direkt in den Endanflug verkürzt werden?

4. Schritt: Endanflug

Seitenwind im Endabflug durch vorsichtige Korrekturen ausgleichen und mit dosiertem, beidseitigem Anbremsen die Anflughöhe korrigieren. Der letzte Entscheidungspunkt betrifft hier die Windrichtung:

  • Passt der Wind oder muss durch leichte(!) Korrekturen in den Wind gelenkt werden?

Nun mit Körpervorlage und laufbereit in Schrittstellung landen. Dabei gemäßigter Steuerleinenzug bis kurz vor dem Aufsetzen sicherstellen. Erst 1-2 Meter über dem Boden auf die volle Armlänge durchziehen.

Nachdem der Schirm zu Boden gegangen ist, sollte dieser schnellstmöglich aufgenommen und zum entsprechend ausgewiesenen Abbauplatz getragen werden. Aus Sicherheitsgründen und um den nachfolgenden Flugverkehr nicht zu stören erfolgt das Zusammenlegen und Einpacken nur hier.