NOVA Phantom Test (Dust of the Universe)

Ich habe mehr als 6 Monate auf die Lieferung des Nova Phantom in Größe S gewartet. Der Gleitschirm von NOVA mit 99 Zellen und einer geringen Streckung verfügt über eine wirklich komplexe interne Struktur. Der Konstruktionsprozess ist äußerst schwierig und es braucht viel Zeit, ihn zu beenden. Der Preis für den Phantom ist sehr hoch… zwei- bis dreimal so hoch wie für einen konventionellen Gleitschirm der Klasse B. Der Stoff, der für die anfälligsten Teile verwendet wurde, ist leicht. Jetzt bleibt nur zu abzuwarten, ob sich der hohe Preis und die komplexe Konstruktion für den Nutzer auch auszahlen…

Der Start mit dem Nova Phantom gleicht dem Start mit jedem anderen Gleitschirm der Klasse B: mit einem schnellen Aufstieg über dem Kopf des Piloten. Ich bin den Gleitschirm bei einem Gesamtabfluggewicht von 95 bis 98 kg geflogen. Der Phantom fühlt sich anders an, als jeder andere Gleitschirm der unteren oder oberen B-Klasse. Es war ein komisches Gefühl, aber ein eher gutes komisches Gefühl. Der Bremsdruck ist angemessen, wahrscheinlich schwächer als der des Mentor 4, allerdings nicht sehr präzise. Falls die Bremsleinen etwas zu weit gezogen werden, reagiert der Phantom wie ein Gleitschirm der unteren B-Klasse –  mit guter passiver Sicherheit. Die Bremse machte kurze, präzise und einigermaßen agile Wendemanöver möglich.

Dank der “Cool Search”-Fähigkeit des Phantoms und seiner Wendigkeit fühlte ich mich wie unter einem Gleitschirm mit größerer Streckung, jedoch zeigte mir das Drossel-Gefühl unter dem Schirm die Realität. Unabhängig davon, welche Bedingungen vorherrschen, ist die Bewegungsfreiheit des Phantoms über dem Kopf des Piloten sehr eingeschränkt und gibt eher das Gefühl eines fliegenden “Rolls Royce”! Wirklich! Der Gleitschirm braucht wenig aktives Eingreifen vom Piloten, viel weniger als der Mentor 4 – eher wie ein Ion 4. Der Gefühlsunterschied zwischen dem Ion 4 und dem Phantom ist der, dass der Phantom ein geschmeidigeres, aber kompakteres Profil hat, sowie eine bessere Handhabung und natürlich eine beeindruckende Leistungssteigerung bei allen Geschwindigkeiten erlaubt!

Bei 0,5m/s hat der Nova Phantom fast keine Neigung, bevor er etwas langsamer wird, um zur Trimmgeschwindigkeit überzugehen – ohne auch nur die geringste Neigungsbewegung. Das ist der Grund dafür, dass einige Piloten von einigen Problemen beim Aufstieg unter schwachen Bedingungen berichteten. Im Gegensatz zu anderen Gleitschirmen der Klasse B steigt der Nova Phantom bei schwacher Thermik nur langsam auf, wird allerdings bei moderater Thermik effizienter und viel schneller (+1,5m/s, oder +3m/s). Zum Beispiel zeigte das Fliegen des Phantoms bei schwacher Thermik eine ähnliche Aufstiegsrate wie  der Mentor 4 S bei ähnlicher Beladung. Bei moderater Thermik steigt der Phantom etwas besser auf! Der Vergleich des Phantom S mit dem Mentor 5 S, ebenfalls bei ähnlicher Last, zeigte, dass bei schwacher Thermik der Mentor 5 oder ein Chili 4 besser gleitet. Bei stärkerer bis starker Thermik sorgt der Phantom für ein gleichmäßigeres Gefühl sowie für effiziente Anstiege, die einem Gleitschirm der oberen B-Klasse sehr nahekommen.

Bedenkt man, dass der Mentor 4 beeindruckende Leistungen vollbringt, die durchaus mit einigen Gleitschirmen der Klasse C mithalten können, und dass ich mich in meinen Vergleichen immer auf ihn beziehe, sogar in Vergleichen von anderen hochwertigen Gleitschirmen, habe ich ihn auch mit dem Nova Phantom verglichen. Beim Gleiten mit dem Mentor 4 S bei ruhigen Bedingungen, und mit beiden Gleitschirmen voll beladen auf 95, zeigte sich, dass sie einen ähnlichen Gleitwinkel besitzen. Die Unterschiede traten erst bei unruhigeren Bedingungen auf.

Das Gleiten mit dem Mentor 4 bei schwacher Thermik gibt dem Nova Phantom bessere Möglichkeiten, sogar bei einer Geschwindigkeit von +10 km/h über der Trimmgeschwindigkeit und sorgt für ein nachsichtigeres, stabileres und rassigeres Profil. Mit Höchstgeschwindigkeiten von 1,5 km/h ist der Nova Phantom schneller als der Mentor 4 S oder der Mentor 5 S bei ähnlicher Beladung! Mit einer sehr engen Gleitzahl bei hoher Geschwindigkeit! Wirklich beeindruckend! Jedoch schlägt der Mentor 5 den Phantom mit seinem längeren Gleiten bei unruhigen Bedingungen. Zum Beispiel gewinnt der Mentor 5 (fünf) S die Oberhand über den Phantom, wenn man neben ihm bei schwacher Thermik gleitet. Der Mentor 5 ist ein schwebender Flügel. Nach mehreren Gleitversuchen mit dem Mentor 5 bei unruhigen Bedingungen (Video kommt bald), geistert der Phantom, unser “freundlicher Geist aus der Nachbarschaft”, nicht weit von uns herum.

Die Griffe sind einfach zu bedienen, sowie effizient und schnell zu öffnen. Es ist super leicht, sich von Asymmetrien und Frontalwinden zu erholen.

Fazit: Der Nova Phantom verfügt über eine niedrige Streckung von 5,19 (geplant 3,82!)! BEEINDRUCKEND! Er verhält sich wie jeder andere Gleitschirm der unteren B-Klasse. Die Steuerung, das Gefühl unter dem Schirm und die Wendigkeit sind exzellent für einen Gleitschirm dieser Kategorie. Low B Piloten werden keine Probleme beim Fliegen des Phantoms haben. Die Leistung ist tatsächlich im oberen Bereich der B-Klasse. Gute Piloten, die zum Nova Phantom downgraden, werden feststellen, dass er einerseits ein sehr bequemer Gleitschirm ist, und andererseits erstklassige Leistungen in der B-Klasse erzielt. Er kommt nicht an einen Ferrari oder einen Porsche heran. Er ist ein Rolls Royce mit einem 550 HP Motor! Rolls Royce ist teuer, erweist Ihnen aber einen guten Dienst!

——————

Schirmtest und Freigabe durch Ziad Bassil (www.DustoftheUniverse.com)

Vielen Dank Ziad für deine Unterstützung!!!

Quelle der Galeriebilder: www.nova.eu

Danke NOVA fürs Ausleihen!!!

__________