Ozone Zeno Test

Ozone Zeno tested by Ziad Bassil: Der Zeno ist der neue 2-Leiner von OZONE! Mit dem Zeno möchte OZONE einen 2-Leiner anbieten, der ihren Angaben nach leichter zu fliegen ist als der Enzo 2 und der dem fantastischen Mantra 6 relativ nahe kommt.
Ich habe auch noch einen LM6 in Größe MS. Er eignet sich gut für mein Bruttogewicht ohne Ballast.
Außerdem habe ich auch einen Peak 4 in Größe 23 (85-105) für zukünftige Vergleiche, der sich als sanfter D-Gleiter für den XC und Wettbewerbsgebrauch erwiesen hat.

Der Zeno hat sechs Leinen pro Seite und ist ein reiner 2-Leiner. Natürlich sind die Leinen nicht ummantelt und verschieden breit. Er macht den Eindruck, sehr auf Perfomance ausgelegt zu sein. Solch ein Gleiter verdient einen detaillierteren Testbericht. Mal sehen…

Der Start ist mit dem Ozone Zeno ist für einen 2-Leiner super einfach. Er füllt sich etwas leichter als der Peak 4. Bei starkem Wind benötigt er einen leichten Druck auf den Bremsen, um ihn über dem Kopf des Piloten zu halten. Er hebt sofort ab.
Ich habe ein paar 360°-Drehungen und Wingovers ausprobiert, um ihn etwas zu fordern und seine Konfiguration auszutesten.
Zu meiner Überraschung hätte es nicht leichter sein können, die 360°-Turns auszuleiten! Es scheint, dass der Zeno seine Energie bei der letzten Drehung vollständig abgibt. Keine Überraschungen! Sauberer Stopp.
Die Wingovers sind sehr hoch und machen wirklich Spaß.

Ich bin im letzten Monat den bequemen King S mit seiner wunderbaren Steuerung, den fantastischen LM6 Allrounder, den energiegeladenen Poison X-Alps XS mit seinem scharfen Handling und den geschmeidigen und agilen Peak 23 mit seinem 2-Leiner-Design geflogen, um den Ozone Zeno in Sachen Feeling, Reaktion und Bremsgenauigkeit in rauher und sanfter Thermik mit anderen Ds vergleichen zu können.
Alle Tests wurden bei gleichem X-rated 6-Gurtzeug sowie gleicher Brustgurtweite durchgeführt.(±47 cm)

Ich bin den Zeno MS im Gewichtbereich 93 bis 98 kg brutto geflogen und habe festgestellt, dass 93-95 ein gutes Gewicht fürs Streckenfliegen ist, und 97-98 aufgrund der Robustheit und Kompaktheit der Konstruktion gut für Wettbewerbe wäre und sich darüber hinaus auch strammer anfühlt. Das ist meine bescheidene Meinung zu diesem Schirm.

Zunächst denke ich nicht, dass der Komfort beim Fliegen in turbulenten Konditionen vergleichbar mit dem M6 oder LM6 MS ist. Der Ozone Zeno braucht eine aktivere Steuerung durch den Piloten in turbulenten Thermikzentren. Dabei  muss man bedenken, dass ein 2-Leiner sich in Turbulenzen ganz anders verhält als ein 3-Leiner.
Das Bremsen beim Nicken funktioniert mit dem Zeno nicht wirklich gut, anders als beim Peak 4, der ebenfalls ein 2-Leiner ist.
Mit dem Ozone Zeno muss man wesentlich gefühlvoller umgehen. Beim Hineingleiten muss man die Bremsen nur ganz leicht antippen. Bremst man zu stark in turbulenten Bedingungen, so führt die Energie des Zeno zu Gierbewegungen.
In turbulenter Luft stellte ich fest, dass man den Zeno etwas aktiver pilotieren muss als den Peak 4 23, den ich mit einem Bruttogewicht von 99 geflogen bin.

Bei freundlichen Bedingungen bietet der Ozone Zeno in der Tat denselben Komfort wie der LM6 oder der Peak 4. Die Konstruktion wirkt sehr straff und kompakt mit einer sehr stabilen Anströmkante ohne jeglichen Pitch. Die Manövrierfähigkeit ist für einen 2-Leiner bei moderaten Bedingungen sehr angenehm. Doch bei rauhem Wind war er viel schwieriger zu kontrollieren! Jedoch nichts, was für einen regelmäßigen D-Piloten nicht zu meistern wäre.

Ein Pilot, der gerade eine gute Flugsaison mit dem IP6 in schwierigen Bedingungen hinter sich hat, wird mit dem Zeno gut zurechtkommen.
Das Pitch-Verhalten des Zeno ist in moderater/schwacher Thermik neutral, in starken Kernen jedoch deutlich ausgeprägter, mit einem starkem Zug in die Thermik hinein.

Der Bremsdruck des Ozone Zeno ist etwas schwächer als beim LM6, aber höher als beim Peak 4 23 bei einer Last von 99 kg brutto.
Die Drehfähigkeit des Zeno bei 95 und 98 kg brutto fühlte sich genauso an wie beim M6 (jedoch nur bei moderaten Bedingungen).
In turbulenten Kernen und auch bei einer Beladung von 98 hat der Zeno etwas weniger Bremskraft als der M6 und LM6 bei gleichen Konditionen.

Der LM6 ist agiler und man kann damit manche Thermiken bei normalen Bedingungen enger zentrieren.

Die Steigrate des Ozone Zeno in Aufwinden ist beeindruckend. Wenn alles gleichmäßig stark oder schwach ist, steigt er wie ein Peak 4, aber im Kern steigt der Zeno schneller auf!

Beim direkten Vergleich mit dem Peak 4 23 bei 99 Bruttogewicht hat der Zeno MS mit 95 kg eine etwas schnellere Trimmgeschwindigkeit. Aber natürlich kauft niemand diese beiden Gleitschirme, um sie nur mit Trimmgeschwindigkeit zu fliegen! Die Aussage dient lediglich zu Informationszwecken! Auch die Gleiteffizienz ist bei Trimmgeschwindigkeit beim Zeno größer.

Bei der ersten Beschleunigungsstufe war das Gleiten mit dem Ozone Zeno schon eine etwas größere Herausforderung, besonders in Übergangsbereichen in rauher Luft! Natürlich bewegen wir uns hier in einer anderen Welt… bei der zweiten Stufe ist die Geschwindigkeit wirklich beeindruckend mit einem hervorragenden Gleitwinkel. Die Geschwindigkeit über Trim beim 95 kg liegt bei ca. +22 km/h bei 800 ASL.
Der Beschleuniger ist in turbulenten Bedingungen nicht einfach zu bedienen. Besonders bei Höchstgeschwindigkeit! Es dauert etwas, bis man sich an ihn gewöhnt hat…
Er ist der schnellste D-Schirm, den ich je geflogen bin.

Der Einsatz des Beschleunigers ist wie die Pitch-Steuerung beim Peak 4 23 einfacher.
Beim Fliegen in ruhiger Luft besteht kein Unterschied zwichen den Gleitern. Auch bei Gegenwind in ruhiger Luft, an hohen Klippen, zum Beispiel. Aber viele gute Piloten wissen das bereits.
Die Unterschiede sind sehr gering und teilweise kaum wahrnehmbar.
Ein besonderer Gleitschirm zeigt erst in aktiver Luft sein Können. Es ist kein Geheimins, warum der Enzo 2 einen Wettbewerb nach dem anderen gewinnt…

Die Fähigkeit des Ozone Zeno, in aktiver Luft zu surfen ist wirklich beeindruckend! Es ist so, als ob er gar nicht mehr herunter wollte. Beim Vergleich mit anderen Gleitschirmen in dieser Kategorie ist der Zeno beim Segeln etwas stärker. Er gleitet einfach immer weiter und weiter und weiter….Erfahrene Piloten wissen, was ich meine.
Der permanente Klang des Vario scheint bei diesem Gleitschirm einfach nicht aufhören zu wollen. Er ist ohne Zweifel ein sehr effizienter Schirm in aktivem Luft (für erfahrene D-Piloten).

Das soll nicht heißen, dass der Peak 4 23 weit zurück liegt. Er ist immer noch ein schöner, leichter 2-Leiner mit einer guten Performance! Aber der Ozone Zeno hat eindeutig die Oberhand  beim längeren Gleiten mit Beschleunigung, wobei er etwas mehr Pilotierung benötigt!

Big Ears-Manöver mit den äußeren A-Leinen sind relativ stabil, wenn man moderat zieht. Mit einem Beschleuniger könnten -2,5 erreicht werden. Big Ears mit den äußeren B-Leinen sind aber auf jeden Fall stabiler und die Ohren öffnen sich schneller. Die zweite Option könnte besser sein, wenn man Verknotungen wie beim M6 beim längeren Einsatz der Ohren vermeiden will.

Fazit:

Der Ozone Zeno hat zweifellos die leistungsstärkste Gleitperformance (insbesondere mit Beschleunigung) unter allen Ds. Das ist ein Fakt! Meiner persönlichen Meinung nach braucht der Zeno einen „guten D-Pilot“, um ihn in allen Wetterbedingungen zu steuern. Für Wettbewerbe ist er auf jeden Fall perfekt!

Für XC und in Sachen Spaß, Sicherheit und Vielseitigkeit ist der LM6 immer noch unübertroffen! 😉
Wenn du also Rekorde brechen, Wettbewerbe gewinnen und den aktuell besten Gleitwinkel in der D-Kategorie haben möchtest und vor allem die Fähigkeiten besitzt, dem Zeno Herr zu werden, dann schließe deine Augen, atme tief ein, stoße einen lauten OOOMMM-Laut aus und bestelle ihn 🙂

Aber ich kann mir denken, dass viele von euch das sowieso schon getan haben 🙂

Grüße,
Ziad

——————————

Bilder, Schirmtest und Freigabe durch Ziad Bassil (www.DustoftheUniverse.com)

Vielen Dank Ziad für deine Unterstützung!!!