SKYWALK Chili 4 (tested by Ziad Bassil)

Ja… die zwei kommen mit etwas Verspätung!
Zwei Gleitschirme von SKYWALK der Klasse EN B. Der eine ist in Größe S (85-105) und der andere in Größe XS (75-95) erhältlich. Beide zählen zu den neuen, hochwertigen Skywalk CHILI 4 Gleitschirmen der B Klasse, die den Chili 3 ersetzen sollen!

Sehen wir uns also an, was SKYWALK mit seinem Chili 4 gemacht hat, der ja eine ganze Weile in der Entwicklungsphase war. Ich war sehr auf eine weitere Bereicherung der B-Klasse gespannt und freute mich außerdem darauf, herauszufinden, ob es SKYWALK gelungen ist, die exzellenten Steigflugeigenschaften des Chili 3 zu bewahren.

Bei genauer Betrachtung des Gleitschirms erkennt man den trendigen Ansatz mit der Shark Nose und dem 3-Leinen-Konzept, das sich durch die minimalistischen und akribisch eingestellten Leinenbreiten auszeichnet. Einige niedrig gelegene Leinen sind ummmantelt, höhergelegene nicht. Alle Leinen in einer Hand zu halten, erscheint einem wahrhaftig recht wenig, und sie sehen auch nach weniger aus als beim Mentor 4.

Den SKYWALK Chili 4 XS bei 92 steigen zu lassen ist einfach und erfolgt ohne Verzögerungen oder unnötiges Nach-Vorn-Schießen. Ein Gleitschirm, der einfach zu öffnen ist.

In der Luft – und mit einem Grinsen im Gesicht – gefällt mir der Bremsdruck sehr. Er ist nicht so stark, wie der des Mentor 4, aber auch nicht so sanft, wie der des Rush 4. Er verfügt über einen angemessenen Bremsdruck und reagiert unmittelbar und in kurzer Zeit. Ich konnte den Gleitschirm exakt dahin steuern, wo ich ihn haben wollte! Er ist nicht so wendig wie der Tequila 4, aber er kommt nah heran! Man kann sagen, dass der Tequila eine spielerische Handhabung hat, da er bei starkem Zug spielerisch absinkt. 
Der SKYWALK Chili 4 hingegen, verfügt über eine erfreulich effiziente Handhabung. Der Gleitschirm sackt nicht ab, sondern ermöglicht es einem stattdessen flache Zirkel-Manöver durchzuführen 🙂 !
Der Pilot ist durch die Performance in der Lage, den Gleitschirm sehr viel flacher zu drehen flachere zu wenden! Mit meinem Gesamtfluggewicht konnte ich jede der aufsteigenden Luftmasse ausdrehen. Die Wendigkeit ähnelt der von Modellen wie Rush 4 oder Swift 4, das sind Gleitschirme mit einem exzellenten Handling. 
 Dank seinem knackigen, direkten, ehrlichen und wendigen Charakter, ist es SKYWALK gelungen, die bisherigen Probleme mit der Steuerung des älteren Chili 3 zu beseitigen.

Ich wende mich nun dem brandneuen Modell der Größe S (80-105) zu, den ich bei 100 geflogen bin, und werde ihn mit dem Mentor 4 S (80-100), geflogen bei 95, vergleichen. (Der Mentor 4 S hat rund 50 Stunden auf dem Buckel) Er ist noch in sehr guter Verfassung und wurde bisher nur bei Tests und Vergleichen unter XC Bedingungen geflogen. Beide Modelle wurden mit einem Gesamtfluggewicht von 5 kg unter der zugelassenen Obergrenze geflogen.

Bei sowohl dem Chili 4 S und dem Mentor 4 S habe ich eine ähnliche Trimmgeschwindigkeit festgestellt. Es könnte sein, dass der Chili 4 S um 0,25 km/h schneller ist. Beim Vergleich des Chilli 4 S mit einem Gesamtfluggewicht von 100 mit dem Cayenne 5 mit demselben Gewicht, brachte es der Cayenne auf eine höhere Trimmgeschwindigkeit. (Nur zur Info)

Die Höchstgeschwindigkeit des SKYWALK Chili 4 S ist bei einem Gesamtfluggewicht von 100 leicht höher als die des Mentor 4 S. Der Unterschied beträgt lediglich 1 km/h.

Auf was wartest du also noch? 😉 Den Gleitflug? … Oder die Steigrate? 🙂 Schauen wir einfach mal…

Die Steigrate bei schwierigen Bedingungen gab mir das Gefühl, dass die DNA des Chili 3 definitiv auch im Chili 4 steckt! 
Ich denke aber, dass er noch viel, viel besser ist… Die Fluglage mit dem Chili 3 war anfangs nie ganz korrekt. Der Fluglagewinkel des Chili 4 ist von Anfang an absolut stabil! In den letzten Monaten flog ich den Zero, und als der Chili 4 auf den Markt kam, muss ich gestehen, dass ich befürchtete mehrere Flugtage durch Tests einzubüßen… Ich vermutete nämlich, dass er mir beim Thermiksuchen warmer Luftmassen und bei der Performance dieses B-Klassen-Gefühl geben würde.
Ich habe mich geirrt! Die Fähigkeit des SKYWALK Chili 4 in den Luftmassen zu gleiten und zu surfen, oder sie aufzuspüren ist großartig, und ist als ob man einen erstklassigen Gleitschirm fliegt. Wenn alles über dir still ist, kann man das Variometer hören… Bip, bip, bip… Das gibt dir das Gefühl, dass du jede Luftblase mitnimmst, ganz ohne Beeinträchtigungen.
Er attackiert nicht und hastet vorwärts, sondern steigt langsam und ruhig auf. 
 Ich flog mit meinem Mentor 4 S neben dem Chili 4 S und hatte in Bezug auf seine Gleitfähigkeit dasselbe Gefühl, als wäre mein Freund mit seinem Cayenne 5 S geflogen! Jedes Mal, wenn die warmen Luftmassen weniger werden, gleitet der Chili besser.
Sein Steigflug ist sehr effizient. SKYWALK hat es also geschafft, den ausgezeichneten Steigflug des Chili 3 an den Chili 4 weiterzugeben.

Der Gleitflug bei ruhigen Bedingungen, bei maximaler Geschwindigkeit und Trimmgeschwindigkeit kommt er sehr, sehr nah an denn Mentor 4 heran… aber… 
Bei all meinen bisherigen Tests, war ich immer der Meinung, würde ein Gleitschirm je den Mentor 4 im Gleiten übertreffen, so wäre dies eine echte Glanzleistung! Vor allem dann, wenn das in unruhiger Luftmasse passiert! 
 Ein Beispiel: Ich war ein großer Fan des Cayenne 5 S, der alles in allem betrachtet Gesamtsieger war. 
Viele Piloten fragen heutzutage immer noch nach dem Gleitflug… Okay, meiner Meinung nach der Gleitflug, die aussagekräftigste Art, die Fähigkeiten von Gleitschirmen zu bestimmen… Und das macht man nicht nur auf einem einzigen Flug. Es muss mehrmals wiederholt, gefühlt und gesehen werden, um direkte Vergleiche ziehen zu können.

Beim Vergleich zum SKYWALK Chili 4 S wurde es offensichtlich, dass er jetzt der Sieger war!!! 
In der Gesamtbewertung wurde die Effizienz des Chili 4 getestet, gefühlt und bestätigt, sodass ich schlussfolgern konnte, dass der SKYWALK Chili 4 mit seinen schmalen Kanten jetzt den Maßstab für hochwertige Gleitschirme der Klasse B setzt. 
Jetzt ist es Aufgabe von SKYWALK einen wettbewerbsfähigen Cayenne zu entwickeln.

In moderaten Turbulenzen flattern die Kanten etwas. Dies hat aber keine Konsequenzen. Der Chili 4 bewegt sich bei Turbulenzen wie jeder andere hochwertige Gleitschirm der Klasse B auch. Er ist nicht übermäßig bequem, aber auch nicht zu schwer zu steuern. Seine Steuerung ähnelt der des Mentor 4.

Die großen „Ohren“ bleiben stabil, egal ob mit oder ohne Beschleuniger. Sie öffnen sich sofort und ohne die Bremsen betätigen zu müssen. 
Wenn man für größere Ohren auf beiden Seiten an zwei Leinen zieht, wird er (etwas) instabil. Ich muss doch irgendetwas finden… 🙂 
Das Ziehen und Halten eines Risers bewirkt keine hohe Abstiegsrate. Zudem braucht es eine solide Gewichtsverlagerung und etwas Bremskontrolle, damit der Gleitschirm gerade bleibt. Aber für einen guten B-Klässler ist die Steuerung so einfach.

Induzierte Frontklapper sind schwer zu ziehen. Es fühlt sich an wie bei einem Gleitschirm mit zwei Leinen. Kräftiger Zug ist notwendig, um den Schirm klappen zu lassen. Das erneute Öffnen des Gleitschirms geht mittelmäßig bis gut.
Bei Höchstgeschwindigkeit ist der SKYWALK Chili 4 13-14 kmm/h über der Timmgeschwindigkeit, wobei sich die Vorderkante immer noch stabil anfühlt, da das Ziehen des Risers den Gleitschirm nicht so schnell zusammenklappen lässt.

360°-Turns sind effizient durchführbar und der Gleitschirm bleibt auch bei vielen Wendungen ruhig, entgegengesetztes Bremsen hilft also sehr.

Fazit:

Was kann ich tun, außer breit zu grinsen, wenn ich mit einem getesteten Gleitschirm zufrieden bin? Ich lasse euch gern an meinen Erfahrungen teilhaben, indem ich über sie schreibe. 

Der SKYWALK Chili 4 mit seiner Konfiguration, wie jeder andere hochwertige Gleitschirm der Klasse B auch, braucht einen erfahrenen Piloten, um ihn effizient steuern zu können. Zudem ist etwas Vorbereitungszeit notwendig, damit man ihn bei steinigen oder unwegsamen Startpunkten in die Luft bekommt. Die besten Erfahrungen habe ich beim Chili 4 S bei einem Fluggesamtgewicht von 101-103 gemacht; beim Chili 4 XS bei 91-93.
Zudem war der Flug mit dem SKYWALK Chili 4 sehr angenehm, und seine allgemeine Leistung ist hervorzuheben. Er verfügt über eine effiziente und wendige Steuerung, großartige Steigflugmöglichkeiten und einen super Gleitflug!
Und all das bei einer Streckung von 5,65 (Prognose: 4,2 AR )! Ein sehr leistungsstarkes Angebot! 
Ich bin mir sicher, dass einige ernst zu nehmende Hersteller ebenfalls auf Exzellenz abzielen. Aber im Moment ist der SKYWALK Chili 4 verdient auf dem ersten Platz. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Ich frage mich immer, warum wir immer nach Gleitschirmen suchen, die eine noch höhere Streckung haben (außer man nimmt an Schnelligkeitswettbewerben teil, dann erklärt es sich von selbst), wenn doch ein guter Gleitschirm der B-Klasse eine geniale Leistung zeigt: schnelle Steuerung, gute passive Sicherheit, angenehmes Fluggefühl und tiefe Zufriedenheit! 

Ich wünsche euch happy landings 🙂 

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Schirmtest und Freigabe durch Ziad Bassil (www.DustoftheUniverse.com)

Vielen Dank Ziad für deine Unterstützung!!!

Quelle der Galeriebilder: www.skywalk.info

Danke SKYWALK fürs Ausleihen!!!

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