Swing Connect Race Testbericht

Mein Erstbericht in der Rubrik Testberichte befasst sich mit dem Leicht-Liegegurtzeug von Swing – dem Swing Connect Race. (Dieser Testbericht wurde von mir bereits 2012 verfasst und dient als Beispiel für zukünftige Testberichte. Aktuell fliege ich das Gurtzeug und bin noch immer begeistert. Angesichts der Tatsache dass der Gurt aktuell noch verkauft wird hat der Bericht meiner Ansicht nach nicht an Aktualität verloren.) Aufruf an alle Hersteller: Schickt mir Equipment zum Testen!! 🙂

Die Aufgabe:

Nachdem ich zwei spannende und lehrreiche Jahre mit Charlys Liegepanzer Titan 2 erleben durfte, war die Zeit reif für Veränderungen – ein neuerer und leichterer Liegegurt musste her! Etwas verwöhnt durch den Sitzkomfort meines Titanen war ich schon, daher durfte der Schritt in die <=5kg-Liegegurtklasse wohl überlegt sein…

Neben dem Swing Connect Race hatte ich sowohl das Impress 3 von Advance wie auch das Delight von Supair auf dem Radar, jedoch hatte mich bereits das Probesitzen der beiden sitzbrettlosen Gurtzeuge von Grunde auf nicht überzeugt. Das Swing Connect Race spielt in der Kategorie Gewicht zwar nicht ganz vorne mit, könnte für mich als Komfortflieger jedoch womöglich die interessanteste Lösung bezüglich Gewichtseinsparung und Sitz-/Flugkomfort darstellen. Daher also einen Anruf bei der Flugschule meines Vertrauens, und nur einige wenige Tage später hielt ich auch schon das Swing Connect Race in den Händen… vielen Dank an Susanne und Stephan von BlueSky für den schnellen und reibungslosen Support!!

Der erste Eindruck:

Der erste Eindruck war durchwegs positiv… kompaktes Konzept, saubere Verarbeitung und im Vergleich zu meinem Titanen in Sachen Gewicht eine völlig neue Liga. Meine Neugierde war geweckt – also schnell ran an die Schaukel und rein in den Stuhl zum Einstellen und ersten Probesitzen.

Das Anlegen des Gurtes erfolgt mit wenigen Handgriffen, die Gurte und Schnallen wirken aufgeräumt und sind mit einem einzigen Handgriff jeweils schnell und einfach zu erreichen. Die Steckschnallen von Woody Valley wirken kompakt und erwecken entgegen meinen Vorurteilen gegenüber Leichtgurtsystemen mehr Vertrauen als ursprünglich befürchtet. Klick, klick, klack… ich sitze!! J

Der zweite Eindruck:

Und wie ich sitze… die markierten Standardeinstellungen des Swing Connect Race (Gr. L) passen für meine 1,78cm perfekt!!! Keine zu übertriebene Liegeposition, kein zu aufrechtes Sitzen, die Beine ohne größeren Kraftaufwand angenehm durchgestreckt, den kompletten Körper bis an die Taille angenehm kompakt, jedoch nicht zu fest umschlossen! Echtes Hängemattengefühl stellt sich ein – und das trotz (weil recht schmalem) Sitzbrett… ich fühle mich geborgen!!!

Die Gewichtsverlagerungen in der Gurtzeugschaukel machen Spaß und ebenso Lust auf mehr! Kein unnötiges Hin- und Herrutschen, keinerlei Abstand zwischen Hintern/Hüfte und Gurtzeug. Trotzdem oder gerade deshalb reagiert der Gurt auf meine Verlagerungen schnell und präzise und gibt selbst auf kleinere Bewegungen meines Allerwertesten die erwünschte Rückmeldung.

Dar Testflug:

Nicht lang schnacken – Sachen packen… ein kurzer Anruf bei Petrus, Flugwetter bestellt und ab geht die Lucy…

Die Startvorbereitung verlaufen ähnlich einfach wie die Probe zuhause, klick klick klack… und ich bin ready for take-off!

Während des Windenschleppvorgangs gestaltet sich der Ein- und Ausstieg in den Beinsack relativ simpel. Der Magnetverschluss schließt die beiden Seiten der Einstiegsöffnung auf Anhieb und es gibt während des Schlepps weder Geflatter noch Gezeter.

Das aufgrund einer überregionalen Fönlage teilweise unruhige Flugverhalten meines 2er Mentors gibt das Gurtzeug ohne Kompromisse wieder. Das ungewohnte Geschaukel ist für mich gegenüber meines bisherigen Titanen Anfangs eine Umstellung, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase finde ich Gefallen an den direkten Rückmeldungen meines (zukünftig) neuen Liegegurtes.

Kurbeln und Eindrehen macht Spaß!! Der Gurt setzt meine (erfahrungsgemäß verhaltene) Schwerpunktverlagerungen zuverlässig um. Während ich im Titan 2 auch während des Zentrierens mit dem Hintern nach links und rechts rutschen konnte, hat mich das Swing Connect Race fest im Griff. Die zerrissene Thermik lässt mich zwar immer wieder aus dem (Möchtegern-)Bart herausfallen, es eiert, es schaukelt… trotzdem fühle ich mich wohl und sicher im Sattel.

Die Instrumente lassen sich auf dem Cockpit ohne Sonnenspiegelungen einwandfrei ablesen. Der Abstand zum Piloten sowie Neigungswinkel sind sehr gut gelöst. Öffnung und Schließen des Cockpits während des Fluges ist einfach, der Reisverschluss ist leichtgängig.

Der Griff zum Retter…

Das „Päckla“ ist schnell und leicht zu finden und lässt sich während des Fluges leicht und ohne Widerstand aus der Halterung zie… „Späßle gmacht“, so weit wollte ich es dann doch nicht treiben. 😉

Ein Wermutstropfen:

Das Gas geben mit dem werkseitig verbauten Gaspedal funktioniert… wenn man den Einstieg findet!! Ich trete, ich suche, ich fluche… leider ist es mir mehrfach nicht gelungen, zum notwendigen Zeitpunkt in den Werks-Beschleuniger zu treten. Das Teil ist so flexibel und schmal, dass es überall liegt nur nicht dort wo es soll. Erst mit Öffnen des Beinsacks und optischen Anvisieren war es mir möglich, meinen Stiefel in das filigrane Gaspedal zu bugsieren. Das Pedal ist sicher nicht kaufentscheidend, wird bei Anschaffung aber das erste Teil sein welches ich wechseln werde… (Update: Kurz nach dem Bericht hat Swing einen verbesserten Fussbeschleuniger verbaut und mir diesen auch freundlicherweise kostenfrei zugesandt. Hierfür – wenn auch drei Jahre verspätet – nochmals vielen Dank!! Mit dem verbesserten Beschleuniger gibt/gab es keinerlei Probleme mehr. Servicelevel TOP)

Wieder sicher gelandet und gefreut wie ein Schnitzel…

Fazit: das Swing Connect Race gehört zukünftig mir!!

Direkt zur Produktseite des Herstellers!!